Baby & Kids Family Kolumne

Kolumne: Das Leben mit Kind

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Das erste was sich geändert hat, als ich Mama wurde ist, dass ich nie allein bin. Und das ist wunderschön. Egal wohin ich gehe, besonders in den ersten Wochen ist mein Baby immer mit dabei. Das ist zunächst kein Problem und für mich selbstverständlich, aber mit der Zeit kommt man dann doch an den Punkt, an dem man sich mit Kind unerwünscht und als Störfaktor fühlt. Aber ist das wirklich so oder kommt es einem selbst nur so vor, weil man unsicher ist?

Gedanken, dass man mit dem Baby doch nicht überall hingehen kann, habe ich mir erst gemacht als ich neulich ein Hotel auf Mallorca suchte. Der Begriff „adults only“ ist mir zuvor noch nie ins Auge gesprungen. Ich habe mich direkt angegriffen gefühlt und die Hotels ganz schnell aussortiert, in denen wir nicht mit unserer Tochter erwünscht sind.

Einerseits kann ich verstehen, dass ein Paar ohne Kinder nicht am Pool von Babygeschrei gestört werden möchte, aber andererseits kann man doch an das Feingefühl der Eltern appellieren, dass sie im Zweifelsfall merken, wann sie zum Störfaktor werden. Oder vielleicht doch nicht?  Ich finde es sehr schade, dass insbesondere bei der Urlaubsbuchung in Alleinreisende und Eltern mit Kind separiert wird. So scheint es, als müsse ich von nun an im Robinson Club Urlaub mit Animation Urlaub machen, weil ich eben Kinder habe. Dabei habe ich das Gefühl, dass viele Eltern einfach nur Gleichgesinnte suchen, damit sie sich selbst besser fühlen und nicht mit den Blicken kinderloser Menschen bestraft werden, wenn das Kind laut ist.

Mir ging es neulich so bei einem Restaurantbesuch. Leni schlief ganz zauberhaft beim Essen in ihrem Kinderwagen und irgendwann wurde sie wach, woraufhin ich sie etwas abseits stillte. Daraufhin war sie satt, aber nicht zufrieden, weil ihr irgendetwas quer lag und sie es nicht zu einem Bäuerchen schaffte. Sie quengelte ein wenig und war unruhig aber nicht laut und ich versuchte sie auf dem Arm zu beruhigen. Es war bereits zu späterer Stunde und am Nachbartisch saß ein älteres Pärchen, die sich offensichtlich über uns austauschten und beobachteten. Ich bekam es mit und wurde unter den Blicken der Beobachter immer unsicherer, was sich vermutlich auf Leni übertrug. So schaukelte und schuckelte und streichelte ich Leni vehement, um sie zufrieden zu stellen und verspürte innerlich diesen Druck, die Situation so schnell wie möglich aufzulösen. Dieser Zustand verbesserte sich mit einem Schlag, als die Frau mich ansah und anlächelte und mir zu verstehen gab, dass sie sich nicht gestört fühlte, sondern sich am Anblick unserer kleinen Leni erfreute. Sofort wurde ich gelassener und auch Leni ließ sich beruhigt in den Schlaf schuckeln.

Was ich damit sagen will ist, wenn uns unsere Mitmenschen mehr Freundlichkeit entgegen bringen würden, wäre das Leben mit Kind viel leichter. Manchmal sondern wir uns gegebenenfalls ab, ohne dass wir es müssen. Weil uns niemand zeigt und sagt „Hey, das ist toll, dass ihr hier mit Baby seid“.

Eben aus diesem Grund hat Pampers die Initiative „Deutschland wird Kinderland“ ins Leben gerufen. Ausgangssituation für die Aktion ist eine von Pampers im Jahr 2014 erhobene Studie, aus der hervorging, dass mehr als die Hälfte aller Eltern unglücklich über die unzureichende Hilfe von Außenstehenden und der Wertschätzung gegenüber Babys und Kindern sind. Angefangen von der Situation in öffentlichen  Verkehrsmitteln bishin zu fehlenden Wickelmöglichkeiten in diversen öffentlichen Einrichtungen gibt es allerlei Barrieren im Alltag mit Kleinkind. Eine weitere Problematik  scheint die Betreuung der Kinder nach der Elternzeit. Rund 50% aller Befragten Eltern gaben an, unzufrieden mit den teuren Betreuungsmöglichkeiten wie Tagesmüttern und Krippen zu sein. Oft ist die optimale Untebringung nur mit der Mithilfe von anderen Familienmitgliedern wie den Großeltern zu leisten.

Mit von der Partie der Initiative sind viele bekannte Gesichter, die ihr sicher in dem Aktionsvideo wieder erkennt. Jeden Monat unterstützt Pampers ein tolles Projekt für Kinder mit 5.000€. Auch ihr könnt mitmachen und Euren familienfreundlichen Vorschlag beim Ideenwettbewerb einreichen. Außerdem engagiert sich Pampers mit Partnern wie RTL, das Deutsche Rote Kreuz und real,- in verschiedenen Bereichen, um Deutschland zum Kinderland zu machen. Und weil ich diese Aktion als Neu-Mama ganz toll finde, unterstütze ich mit diesem Beitrag das Projekt. Mehr Infos dazu findet Ihr außerdem hier online.

Und wie sind Eure Erfahrungen mit Kindern in Deutschland?

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Pampers entstanden.

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3 Comments

  • Reply
    Eva
    14. August 2015 at 12:28

    Dass jetzt wieder davon die Rede ist, Deutschland sei tendenziell kinderfeindlich, finde ich ehrlich gesagt seltsam und falsch. Das kommt bei mir als zwdeckdienliche Stimmungsmache an. Jeder normal geartete Mensch freut sich über den Anblick und die Gesellschaft glücklicher Eltern und deren Kind(er). Und dass Kinder auch mal kurz weinen oder über irgendwas meckern müssen, ist ja nicht neu.

    Probleme treten meiner Ansicht hauptsächlich da auf, wo übertriebene Erwartungen auf beiden Seiten bestehen. Bei den Kinderlosen hinsichtlich deren Ruheanspruch und bei denen mit Kindern dahingehend, dass jeder an jedem Ort und zu jeder Zeit auch langanhaltendes Kindergeschrei quasi als Musik empfinden sollte …

    Das Trennen der beiden Welten in normalen Hotels. Lokalen, etc. finde ich absolut unangebracht, fast lächerlich … und ansonsten haben Eltern naturgemäß einen Anspruch darauf, sich ungehemmt ganz natürlich um die Kleinen zu kümmern.

    Nichts gegen Pampers, aber das Video kommt mir ungefähr so glaubwürdig vor wie die ganz normalen Frauen bei Dove, die weltweit mehrstufig aus tausenden rausgecastet werden …

    Nur Spinner sind kinderfeindlich und die gibt es doch grenzübergreifend, oder?

  • Reply
    ekulele
    31. August 2015 at 08:39

    Deine Restaurant-Situation kommt mir sehr bekannt vor. Ich selbst werde leider auch immer noch „unsicher“, wenn der Kleine in der Öffentlichkeit mal weint, jammert oder schreit. Sobald mich jmd skeptisch anschaut, denke ich, ich mache vielleicht etwas „falsch“, die Person fühlt sich gestört oder, oder oder… Dabei sollte mich das eigentlich „kalt lassen“. Was natürlich nicht bedeutet, dass ich keine Rücksicht nehme. Mag sein, das ich im Laufe der Zeit „cooler“ werde, immerhin ist Jonte auch erst neun Wochen alt und ich muss mich noch dran gewöhnen….

    Herzliche Grüße, Frauke

  • Reply
    Laura
    8. November 2015 at 02:16

    Liebe Anne, ich bin erst jetzt auf diesen Blogeintrag gestossen und muss Dir Recht geben. Ich persoenlich habe es,
    ab dem Zeitpunkt als man den Bauch sehen konnte, schon bemerkt. Boese Blicke, als ob man als Schwangere nicht erwuenscht ist. Die Klischees vom „an der Kasse vor lassen“ oder „einen Sitzplatz frei machen“ gab es so gut wie nie – eher wurde sich vorgedraengelt. Als mein Sohn dann da war musste ich feststellen, dass leider die aeltere Generation eher dazu geneigt war zu tuscheln oder einem boese Blicke zu zu werfen – junge Menschen waren da viel offener und hilfsbereiter. Mir gefaellt die Kooperation mit Pampers wirklich gut – und es waere wirklich toll, wenn Deutschland ein Kinderland wird!

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